Mittelschulstufe

amtlicher Lehrplan

 
Nach Beendigung der Grundschulstufe wechseln die Schüler in die fünfjährige Mittelschulstufe.
Bedingt durch die einsetzende Pubertät entwickeln sich die Schülerinnen und Schüler während der Mittelschulzeit allmählich von Kindern zu Jugendlichen.
Die Schule übernimmt hier die Aufgabe, die Kinder in ihrem emotionalen Erleben und im sozialen Verhalten zu begleiten und ihnen Hilfestellung zu geben.
 
Folgende Lernfelder sind von großer Bedeutung:
 

Entwicklung einer Ich-Identität:

 

Durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Person und mit der individuellen Lebensgeschichte, entwickeln die Schülerinnen und Schüler zunehmend ein Selbstkonzept.

 
Darauf zielen auch Unterricht und Erziehung ab:
 
 * eigene Stärken/Schwächen/Beeinträchtigungen wahrnehmen
 

* Interessen und Neigungen entwickeln

 
Im Umgang mit anderen erwerben sie soziale Handlungsmuster, die ihnen ein angemessenes Zusammenleben ermöglichen.
Durch das Vorleben im Alltag und durch regelmäßige Klassenkonferenzen, üben die Schülerinnen und Schüler soziale Umgangsformen, das Einhalten von Regeln und den Umgang mit Konflikten.
 
Kulturtechniken (Lesen/Schreiben/Rechnen):
 
Unterrichtlicher Schwerpunkt ist die Festigung und Erweiterung der bereits erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Alters- und entwicklungsgemäß werden die Lerninhalte vertieft und zunehmend auf die Anwendung im Alltag ausgerichtet.
 
Zum Beispiel:
 
 - Einkauf: wichtige Logos und Piktogramme lesen, Einkaufsliste lesen und schreiben, Umgang mit Geld
 
 - Hauswirtschaft: einfache Rezepte erlesen und in Handlung umsetzen, Umgang mit Gewichten durch Abwiegen von Zutaten
 
 - Kunst/Werken: Handlungsanleitungen / Baupläne lesen und umsetzen, Umgang mit Maßen durch das Abmessen von Strecken
 
 - zeitliche Orientierung in Anlehnung an den Tagesablauf: Uhrzeiten lesen
 
 -sinnerfassendes Lesen altersgemäßer Texte: ausgewählte Kinder- und Jugendbücher
 
 -Angaben machen zur eigenen Person: eigene Adresse, Steckbrief, Freundschaftsbücher, Wochenendberichte
 
 
 Erweitertes Lernumfeld:
 
Vom Schonraum „Schule“ ausgehend, werden in der Mittelschulstufe vermehrt außerschulische Lernorte aufgesucht.
 
Ziel dabei ist unter anderem angemessenes Verhaltens in der Öffentlichkeit einzuüben.
 

* Besuch öffentlicher Institutionen und Kulturangebote (Feuerwehr, Theater, Museum, Bücherei, Restaurantbesuch)

 

* Kontakt zu anderen Schulen durch Kooperationsmaßnahmen (z.B. gemeinsame Aktivitäten mit einer Mittelschulklasse)

 

Selbstständigkeit:

 

Besondere Bedeutung wird im Mittelschulbereich der Erziehung zur Selbstständigkeit und Selbstverantwortung beigemessen.

Der Unterrichtsalltag ist dementsprechend ausgerichtet. Projektorientiertes Arbeiten, Phasen der Freiarbeit und Wochenplanarbeit regen die Schülerinnen und Schüler zu selbsttätigem Lernen an.

 

Auch die Förderung der lebenspraktischen Selbstständigkeit steht hier im Blickfeld. Ziel ist es sich im Alltag weitestgehend selbst versorgen zu können.

 
 * alltägliche Handlungsablaufe im Bereich Körperpflege und –hygiene, Ernährung und Kleidung einüben
 
Eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Elternhaus ist für den Erfolg hier besonders wichtig.
 
Arbeitsverhalten:
 
Schon in der Mittelschulstufe werden wichtige Arbeitstugenden, wie Ausdauer, Konzentration und Sorgfältigkeit angelegt und gefördert, die für das spätere Berufsleben als Schlüsselqualifikationen bedeutsam sind.
 
Grundlegende Techniken werden im Umgang mit verschiedenen Materialien (Holz, Farbe…), Werkzeugen und Maschinen erworben.
 

Sexualerziehung:

Jeder Mensch zeigt ein grundlegendes Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Liebe und versucht sich mit der eigenen Geschlechtlichkeit zu identifizieren.

In der Erziehung und im Unterricht wird sich bemüht, die Schüler hierbei zu unterstützen durch:

 

*die Auseinandersetzung mit den körperlichen und emotionalen Veränderungen

 

*das Klären von Beziehungsgraden: Freundschaft, Liebe, Sexualität

 

*durch Beschäftigung mit Themen wie Zeugung, Schwangerschaft und Geburt

 

*in der Präventionsarbeit und im Schutz vor Missbrauch

 
Mitbestimmung:
 
Im Hinblick auf seine zukünftige Lebensgestaltung lernen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für eigene Entscheidungen zu übernehmen.
 
Gelegenheiten dies zu üben, bekommen sie an der Schule vielfältig.
 
Zum Beispiel:
 
* Klassendienste übernehmen
 
* unterrichtliche Angebote am Projektnachmittag auswählen
 
* im Unterricht mitentscheiden: Themen, Auswahl der Klassenlektüre ...
 
* als Klassensprecher / in der SMV (Schülermitverantwortung) tätig sein
 
* einen Schullandheimaufenthalt aktiv mitplanen
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